| Notizen |
- Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Grafen_von_Nellenburg
Grafen von Nellenburg
Die Grafen von Nellenburg waren ein bedeutendes Adelsgeschlecht in Südwestdeutschland und der Nordschweiz, das um 1105 im Mannesstamm ausstarb. Ursprünglich – urkundlich erstmals 889 – war das Geschlecht als Grafen im Zürichgau erwähnt.
Name
Der in der Urkunde von 889 erwähnte Graf Eberhard I. – der nicht mit dem späteren Nellenburger gleichen Namens zu verwechseln ist – wurde der Familie der Eberhardinger zugerechnet. Der Nellenburger Graf Eberhard I. war in der Zählung der Eberhardinger Graf Eberhard VI. In einer Urkunde von 1056 über dessen Stiftungen an das Kloster Reichenau „[UR 6, BAUMANN Nr.4] ist erstmals die für das Geschlecht fortan namensgebende Burg auf dem Nenziger Berg westlich von Stockach erwähnt; offenbar wurde diese kurz vor 1050 erbaut.“
Geschichte
Grundlegende Quelle für die erste Linie der Nellenburger Grafen ist die als Schaffhauser Stifterbuch bezeichnete Gründergeschichte des Klosters Allerheiligen – beschrieben wird die Zeitspanne von etwa 1050 bis 1105 – [.. die] in drei Handschriften des 14./15. Jahrhunderts und einigen jüngeren, kürzeren Abschriften überliefert (ist).
Erste Linie
„Erstmals belegt aus dem Grafengeschlecht, das sich später als Nellenburger Geschlecht bezeichnete, ist 889 ein Graf Eberhard (I.) als Graf im Zürichgau. Graf Eppo, der im Stifterbuch geschilderte Vater des Klostergründers – ein Enkel des Thurgaugrafen Eberhard (957 - 971) –, wurde zwischen 980 und 990 geboren, gestorben ist er frühestens 1030.“
Graf Eberhard I.
Graf Eberhard (in der alten Erbfolge: Eberhard VI. von Nellenburg), Sohn des Grafen Eppo und im Stifterbuch nur Graf Eberhard genannt, „wird urkundlich 1036/37 erstmals als Graf im Zürichgau“ erwähnt. „1045 erhielt er vom Kaiser Heinrich III. das Münzrecht in Schaffhausen und König Heinrich IV. verlieh ihm 1059 das Münzrecht zu Kirchheim im Neckargau, dessen Grafschaft er ebenfalls innehatte. […] Die wirtschaftliche Absicht, den Handelsweg Neckar – Schaffhausen – Zürich zu kontrollieren, wird daraus ersichtlich. […] Die kulturelle Abstützung durch die Annäherung an das Kloster Reichenau [.. gelang] nicht im gewünschten Sinne, darum erfolgte die eigenständige kulturelle Abstützung in Schaffhausen.“ Eberhard I. von Nellenburg war verheiratet mit Ita, vermutlich aus dem Geschlecht der Grafen von Kirchberg.
Die Grafen von Nellenburg waren auch die Herren der gleichnamigen Landgrafschaft und waren verwandt mit den Burchardingern. Graf Eberhard I., der 1059 auch Graf von Kirchberg war gründete gegen Ende des Jahres 1049 das Benediktinerklosters Allerheiligen bei Schaffhausen. Sein Sohn war Graf Burkhard von Nellenburg, er starb um 1101 ohne Erben.
Zweite und Dritte Linie
Herrschaft und Name kamen durch Erbschaft an die Herren von Bürglen, die das kurzlebige Zweite Haus der Grafen von Nellenburg begründeten, und um 1170 an die Grafen von Veringen, die nach einer Erbteilung im Jahre 1216 das Dritte Haus stifteten. Vor 1256 vereinigten sie das zu Nellenburg und Stockach gehörige Gebiet mit dem Hegau. 1422 kamen die Landgrafschaft und die Grafschaft durch Erbschaft an die Herren von Tengen, die sie im Jahre 1465 an die Habsburger verkauften.
Verbleib der Landgrafschaft
1465 bis 1805 gehörte die Landgrafschaft Nellenburg zu Habsburg/Österreich und bildete einen Teil Vorderösterreichs. 1805 kam die zum österreichischen Reichskreis zählende, von mehreren adeligen Herrschaften und Städten durchsetzte Landgrafschaft Nellenburg mit rund 25.000 Einwohnern an Württemberg, 1810 an Baden und schließlich 1951/1952 zu Baden-Württemberg.
|