Heinrich Bullinger

Heinrich Bullinger

männlich 1504 - 1575  (71 Jahre)


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  • Name Heinrich Bullinger
    Geburt 18 Jul 1504  Bremgarten, AG, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • Heinrich Bullinger wurde 1504 in der Kleinstadt Bremgarten als eines von fünf Kindern des im Konkubinat lebenden katholischen Pfarrers Heinrich Bullinger geboren (1529 bekehrte sich auch der Vater zur Reformation und legalisierte seine Ehe mit Anna Wiederkehr).
    Geschlecht männlich
    Beruf / Beschäftigung 1531 bis 1575  Grossmünster, Zürich, ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Antistes 
    • Antistes (lateinisch für Vorsteher; Plural Antistites) war schon in vorchristlicher Zeit die Bezeichnung für den Leiter einer Kultgemeinschaft. Das Wort wurde später als Ehrentitel für Bischöfe, Äbte und den Papst benutzt.
      In den Schweizer Kantonen Zürich, Basel und Schaffhausen bezeichnete Antistes vom 16. bis 19. Jahrhundert das höchste Amt in den reformierten Kirchen. Der Ausdruck wurde erstmals 1525 als inoffizieller Ehrentitel für Huldrych Zwingli in Zürich gebraucht, dann 1530 für Johannes Oekolampad in Basel und 1532 für Heinrich Bullinger in Zürich. Der Antistes wurde durch den Grossen Rat (das Parlament) gewählt und war gleichzeitig mit seinem Amt Inhaber einer Pfarrstelle an einer Hauptkirche (in Zürich bis 1837 am Grossmünster, in Basel am Basler Münster, in Schaffhausen an St. Johann und in Chur an der Martinskirche). Seine Aufgabe war es, die Kirche nach aussen zu vertreten und zwischen Stadtregierung und Geistlichkeit zu vermitteln.
      Mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Antistes
    Tod 17 Sep 1575  Zürich, ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I56035  Reise in die Geschichte / Journey into the history / Voyage dans l'histoire
    Zuletzt bearbeitet am 19 Dez 2025

    Vater Heinrich Bullinger,   geb. 2 Feb 1469, Bremgarten, AG, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 8 Apr 1533, Zürich, ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 64 Jahre)
    Mutter Anna Wiederkehr,   geb. Bremgarten, AG, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 16 Aug 1541
    Eheschließung 31 Dez 1529  Grossmünster, Zürich, ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Familien-Kennung F30230  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Anna Adlischwyler,   geb. 1505, Zürich, ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 25 Sep 1564, Zürich, ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 59 Jahre)
    Eheschließung 1529  [1
    • 1529 heiratete Heinrich Anna Adlischwyler, die Tochter von Hans Waldmanns Leibkoch und eine der letzten Nonnen aus dem Kloster Oetenbach in Zürich. Seit der Reformation war das Kloster schon geschlossen. Anna lebte aber noch im Klostergebäude. Die beiden führten eine glückliche und als vorbildlich geltende Ehe. Er war den gemeinsamen elf Kindern ein liebevoller Vater, spielte gerne mit ihnen und schrieb ihnen zu Weihnachten Verse. Sein Haus war ständig angefüllt mit Flüchtlingen, Pfarrerkollegen und Rat- und Hilfesuchenden.
    Notizen 
    • Kinder:
      Heinrich und Anna Bullinger hatten zusammen elf Kinder: Anneli (* 1530), Elisabeth (* 1532), Heinrich (* 1534), Hans Rudolf (* 1536), Christof (* 1537), Hans (* 1539) und Diethelm (* 1541); Hans und Diethelm starben beide 1541. Veritas (* 1543), Dorothea (* 1545) und Felix (1547–1553).

      Alle erwachsenen Kinder ausser einem wurden entweder Theologen, Frauen von Theologen oder Pfarrer.
    Kinder 
     1. Bullinger
    +2. Margareta Bullinger,   get. 29 Apr 1531, Bremgarten, AG, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 30 Okt 1564 (Alter ~ 32 Jahre)
     3. Elisabeth Bullinger,   geb. 1532   gest. 1565 (Alter 33 Jahre)
    Familien-Kennung F27331  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 19 Dez 2025

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeburt - 18 Jul 1504 - Bremgarten, AG, Schweiz Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsBeruf / Beschäftigung - Antistes - 1531 bis 1575 - Grossmünster, Zürich, ZH, Schweiz Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTod - 17 Sep 1575 - Zürich, ZH, Schweiz Link zu Google Earth
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    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Fotos Mittelalter
    Heinrich Bullinger
    Heinrich Bullinger
    Porträt von Hans Asper

    Bild: Wikipedia; Hans Asper - https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Asper
    © Gemeinfrei

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  • Notizen 
    • Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Bullinger

      Heinrich Bullinger (* 18. Juli 1504 in Bremgarten, Aargau; † 17. September 1575 in Zürich) war ein Schweizer Reformator und während 44 Jahren Antistes der Zürcher reformierten Kirche. Er war einer der führenden Theologen des Protestantismus im 16. Jahrhundert, hielt zahlreiche Predigten und schrieb 124 Werke, sein Briefwechsel umfasste über 12'000 Briefe. Er verfasste auch das Zweite Helvetische Bekenntnis, das von den Reformierten in Schottland, Ungarn, Polen, Österreich, Rumänien, Böhmen und der Slowakei als Glaubensbekenntnis übernommen wurde.[1]

      Kirchengeschichtliche Zeitumstände
      Bullingers Studienjahre fielen in die Anfangszeit der Reformation, und während seiner langen Amtszeit in Zürich kam es zu bedeutenden Ereignissen wie der Reformation in England, der Reformation in Genf durch Johannes Calvin, dem Schmalkaldischen Krieg, dem Augsburger Religionsfrieden und der Bartholomäusnacht in Frankreich.

      Leben
      Heinrich Bullinger wurde 1504 in der Kleinstadt Bremgarten als eines von fünf Kindern des im Konkubinat lebenden katholischen Pfarrers Heinrich Bullinger geboren (1529 bekehrte sich auch der Vater zur Reformation und legalisierte seine Ehe mit Anna Wiederkehr).[2] Bereits mit fünf Jahren besuchte der junge Bullinger die Lateinschule, 1516 ging der Zwölfjährige als Lateinschüler nach Emmerich in die humanistisch reformierte Stiftsschule.[3] Er studierte bei Matthias Aquensis an der Universität Köln, einer ausgeprägt katholischen Hochschule, das Kirchenrecht, die Kirchenväter und alte Sprachen, dabei wurde er von den Humanisten Johannes Phrissemius[4] und Arnold von Wesel geprägt. Er las auch die Schriften von Martin Luther und Philipp Melanchthon und schloss sich in dieser Zeit der Reformation an.

      1523 wurde er mit 19 Jahren als Lehrer im Zisterzienserkloster Kappel am Albis vom Abt Wolfgang Joner berufen. Er unterrichtete nicht nur Klassiker, sondern auch Philipp Melanchthons Loci communes. Sein Unterricht war so interessant, dass nicht nur der Abt und alle Mönche, sondern auch Leute aus der Umgebung daran teilnahmen. Bullinger hatte die Stelle unter der Bedingung angetreten, dass er selbst nicht an der Messe und dem Chorgebet teilnehmen müsse. In seiner Kappeler Zeit verfasste er u. a. 30 lateinische und 22 deutsche Schriften, vor allem zur Auslegung der Evangelien und zu den Briefen des Apostels Paulus.[5]

      Im Januar 1528 ging er mit seinem Freund Ulrich Zwingli zur Berner Disputation, auf die hin sich die Stadt Bern zur Reformation bekannte. Auch das Kloster Kappel schloss sich der Reformation an, und Bullinger wurde neben seinem Lehramt auch Prediger im benachbarten Hausen am Albis.[6]

      1529 wurde Bullingers Vater in Bremgarten wegen seines evangelischen Bekenntnisses abgesetzt. Kurz darauf hielt jedoch sein Sohn eine Probepredigt in seiner Heimatstadt, in deren Folge die Bürger ihre Heiligenbilder verbrannten und den jungen Pfarrer zu ihrem Seelsorger wählten.

      Im selben Jahr heiratete er Anna Adlischwyler,[7] die Tochter von Hans Waldmanns Leibkoch und eine der letzten Nonnen aus dem Kloster Oetenbach in Zürich.[8] Seit der Reformation war das Kloster schon geschlossen. Anna lebte aber noch im Klostergebäude.[9] Die beiden führten eine glückliche und als vorbildlich geltende Ehe.[10] Er war den gemeinsamen elf Kindern ein liebevoller Vater, spielte gerne mit ihnen und schrieb ihnen zu Weihnachten Verse. Sein Haus war ständig angefüllt mit Flüchtlingen, Pfarrerkollegen und Rat- und Hilfesuchenden. Alle seine Söhne wurden Pfarrer.

      Nach der Niederlage im Zweiten Kappelerkrieg 1531, wo Zwingli am 11. Oktober von gegnerischen Soldaten gefangen und getötet wurde, musste Bremgarten mit dem übrigen Freiamt zum katholischen Glauben zurückkehren. Bullinger und zwei Amtsbrüder mussten die Stadt verlassen, auch wenn die Bevölkerung sie ungern gehen sah. Bullinger kam mit seiner Frau Anna und zwei kleinen Kindern als Flüchtling nach Zürich, wo er schon am Sonntag nach seiner Ankunft auf Zwinglis Kanzel im Grossmünster «eine Predigt herunterdonnerte, dass es vielen vorkam, Zwingli sei nicht tot, sondern gleich dem Phoenix wieder auferstanden» (Oswald Myconius).[11] Am 9. Dezember desselben Jahres wurde er mit 27 Jahren zum Nachfolger Zwinglis als Antistes der Zürcher Kirche gewählt. Er nahm die Wahl erst an, als ihm der Rat ausdrücklich zugesichert hatte, er könne seine Verkündigung «frei, ungebunden und ohne Einschränkung» halten, auch wenn dabei Kritik an der Obrigkeit nötig sei. Er blieb in diesem Amt bis zu seinem Tod am 17. September 1575.

      1536 verfasste er zusammen mit Oswald Myconius und Leo Jud das Erste Helvetische Bekenntnis, das von Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen, St. Gallen, Mülhausen und Biel gemeinsam herausgegeben wurde.

      Bullingers Gastfreundschaft gab in Zürich ein Beispiel, und die Stadt nahm viele protestantische Flüchtlinge auf, beispielsweise 1555 aus Locarno[12] und nach dem Tod von Heinrich VIII. aus England. Als diese Flüchtlinge nach dem Tod von Maria I. Tudor wieder nach England zurückkehrten, nahmen sie Bullingers Schriften mit, die dort starke Verbreitung fanden. Von 1550 bis 1560 gab es in England 77 Auflagen von Bullingers Dekaden und 137 Auflagen seines Hausbuchs (zum Vergleich: die Institutiones von Calvin erlebten in der gleichen Zeit zwei englische Auflagen).

      Obwohl Bullinger selbst die Schweiz nie mehr verliess, seitdem er Antistes von Zürich wurde, hatte er Briefwechsel mit Menschen in ganz Europa, war dadurch ausgezeichnet informiert und gab eine Art Zeitung über politische Ereignisse heraus.[13]

      Zusammen mit Johannes Calvin erarbeitete er den Consensus Tigurinus von 1549, der eine Einigung in der Abendmahlfrage zwischen Zwinglianern und Calvinisten bedeutete, wodurch in der Schweiz eine Separatentwicklung der verschiedenen reformierten Richtungen verhindert wurde.

      Selbst schwer erkrankt und von Conrad Gessner, Stadtphysicus von Zürich, gepflegt, verlor Bullinger im Jahr 1565 durch eine Pestepidemie seine Frau und drei Töchter.

      1571 schrieb Bullinger in seiner Schrift Wider die schwarzen kunst dem Teufel eine grosse Macht selbst über Unschuldige zu und forderte unter Hinweis auf göttliches und menschliches Recht eine harte Bestrafung der «Schwarzkünstler» durch die Todesstrafe.[14]

      Ethelbert William Bullinger (1837–1913), ein führender Theologe des amerikanischen Protestantismus und Herausgeber der Companion Bible, ist ein direkter Nachfahre

  • Quellen 
    1. [S52] Eduard Rübel, Ahnentafel Rübel-Blass, Blatt 61.