Hans Caspar Hirzel

Hans Caspar Hirzel

männlich 1617 - 1691  (~ 73 Jahre)


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  • Name Hans Caspar Hirzel
    • Hans Caspar Hirzel war ein Zürcher Tuchhändler, Bürgermeister und Diplomat.
    Taufe 2 Jul 1617 
    Geschlecht männlich
    Beruf / Beschäftigung Studierte zu Genf und Padua, Zwölfer zum Schaf 1638, Ratssubstitut 1639, Unterschreiber 1645, Stadtschreiber 1651, Landvogt im Thurgau 1657, Zunftmeister 1665, Statthalter 1665, Burgermeister 1669, oft Gesandter, Schildner zum Schneggen (Schild 45) 
    Besitz Zur Haue, Zürich, ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    • Das Zunfthaus zur Haue am Limmatquai ist das Versammlungshaus (Zunfthaus) der Zunft zum Kämbel und gehört zu den historisch wertvollen Gebäuden im Quartier Rathaus in Zürich.
      Der Begriff «Houw» (Haue) ist dem Emblem der Salzleute entliehen, die mit ihrer Haue das Salz schlugen. Die Häuser in unmittelbarer Nähe des Rathauses gehörten zu den begehrtesten Privathäusern; das Rathaus war nicht nur der politische, sondern auch wirtschaftliche Mittelpunkt der Stadt.
      1532 erwarb der Tuchhändler Konrad Rollenbutz die Liegenschaft und gab sie an seine beiden Söhne weiter. Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts befand sich die «Haue» im Besitz von Salomon Hirzel-Rollenbutz (1544–1605), der das Haus seinem Sohn, dem Bürgermeister Salomon Hirzel (1580–1652) vererbte. Eine Gedenktafel und der Hirsch auf dem Dachgiebel erinnern an jene Zeit. 1667 übernahm Salomons Sohn, der spätere Bürgermeister Hans Caspar Hirzel, das Haus. Er hatte bis 1637 ebenfalls darin gewohnt.
      Mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Zunfthaus_zur_Haue
    Besitz 1650  Kefikon, TG/ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Kauft Schloss und Herrschaft Kefikon 
    • Die Herrschaft Kefikon war eine feudale Gerichtsherrschaft im Thurgau mit Schloss Kefikon als Zentrum, die ab dem 13. Jahrhundert von wechselnden Adelsfamilien, darunter die von Kefikon, von Gachnang und die von Boswil, sowie später von bürgerlichen Geschlechtern wie den Hirzel und Escher von Glas ausgeübt wurde. Ab 1427 verlief die Grenze zwischen den Grafschaften Kyburg und Thurgau durch die Herrschaft und das Schloss. Nach dem Ende der Gerichtsherrschaft 1798 verlor das Schloss an feudaler Bedeutung und wurde ein grossbürgerlicher Landsitz, heute beherbergt es die Privatschule Schloss Kefikon.
      Mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Kefikon
    Wohnort Zürich, ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    beim Rech, später zur Haue 
    Tod 2 Jun 1691 
    Personen-Kennung I56219  Reise in die Geschichte / Journey into the history / Voyage dans l'histoire
    Zuletzt bearbeitet am 29 Sep 2025

    Vater Salomon Hirzel,   geb. 8 Aug 1580, Zürich, ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 24 Jun 1652, Zürich, ZH, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 71 Jahre)
    Mutter Elisabeth Keller vom Steinbock,   get. 5 Jul 1579   gest. 12 Jan 1627 (Alter ~ 47 Jahre)
    Eheschließung 24 Nov 1595 
    Familien-Kennung F27438  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Katharina von Orelli,   get. Nov 1619   gest. 25 Jul 1690 (Alter ~ 70 Jahre)
    Eheschließung 3 Okt 1636  [1
    • Hans Caspar Hirzel heiratete 1636 die 16-jährige Katharina Orelli, Tochter des verstorbenen Zürcher Seidenhändlers, Ludwig Orelli
    Kinder 
    +1. Katharina Hirzel,   get. 16 Jul 1648   begr. 20 Jan 1712 (Alter ~ 63 Jahre)
    +2. Hans Jakob Hirzel,   geb. 24 Aug 1658   gest. 30 Jun 1706 (Alter 47 Jahre)
    Familien-Kennung F27447  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 29 Sep 2025

  • Ereignis-Karte
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  • Fotos Mittelalter
    Hans Caspar Hirzel
    Hans Caspar Hirzel
    Bürgermeister Hans Caspar Hirzel, Porträt von Conrad Meyer, 1669

    DOMINUS IOHANNES CASPARUS HIRZELIUS, ILLUSTRIS REIPUBLICAE TIGURINAE CONSUL. PATER PATRIAE, AETATIS LII, ANNO MDCLXIX Obiit 1691 Aet. 74. Filius, ut Pater, est patriae tutela, decúsque, Jnsignis formâ, Palladis arte potens. Artificis formata manu spectatur imago. Splendida Virtutem nonnisi gesta docent. Con. Meÿer fecit A°. 1669.

    Bild: Wikipedia; Conrad Meyer - E-Rara
    © CC0 - https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en

    Wappen, Siegel, Münzen
    Hirzel - Wappen
    Hirzel - Wappen
    Wappen der Familie Hirzel

    Familienwappen Hirzel, aus dem Deutschen Wappenkalender 1934. Redendes Wappen der Familie Hirzel, Schweizer Familie aus Zürich, später Buchhändler in Leipzig: ein unter einem Zelte ruhender roter Hirsch

    Bild: Wikipedia; Gustav Adolf Closs - Tafel in: Gustav Adolf Cloß: Vier Vorträge über Wappen, Verlag für Sippenforschung und Wappenkunde, Görlitz 1937 (own scan)
    © Gemeinfrei

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    Schloss Kefikon - Radierung von David Herrliberger
    Schloss Kefikon - Radierung von David Herrliberger
    Erstmals urkundlich erwähnt ist das Schloss im Jahre 1241 im Zusammenhang mit seinem damaligen Besitzer, dem kyburgischen Lehnsmann Burchardus de Kevincon. Das Schloss mit wechselvoller Geschichte verlor mit der Aufhebung der Gerichtsherrschaft nach 1798 an feudaler Bedeutung und wurde zum grossbürgerlichen Landsitz, u. a. auch für Hans Conrad Escher von der Linth, bekannt durch den Bau des Linthkanals. Das Schloss liegt in der Nähe von Frauenfeld direkt neben Islikon.

    Heutzutage ist das Schloss auch wegen der Privatschule Schloss Kefikon bekannt, die im Jahr 2006 ihr 100. Jubiläum feierte. Zum Internatsgelände gehört ausserdem der grösste Naturweiher der Schweiz, welcher 100 Meter lang und 30 Meter breit ist.
    Kefikon - Schloss
    Kefikon - Schloss
    Kefikon stand im Eigentum des Klosters Reichenau und bildete eine eigene, seit dem Ende des Spätmittelalters mit Islikon gemeinsame Gerichtsherrschaft. Auf die ursprünglichen Ministerialen, die Herren von Kefikon folgten als Gerichtsherren die Herren von Gachnang, später im Zusammenhang mit der Landnahme der Eidgenossen deren Beauftragte.
    Ab 1427 verlief die Grenze zwischen der Grafschaft Kyburg und der Grafschaft Thurgau mitten durch die Herrschaft und das Schloss. Letzteres ist erst seit 1970 rein thurgauisch.

    Bild: Wikipedia; JoachimKohlerBremen - https://commons.wikimedia.org/wiki/User:JoachimKohler-HB
    © Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International - https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en

  • Notizen 
    • Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Caspar_Hirzel_(Politiker,_1617)

      Hans Caspar Hirzel war der Sohn des Zunftmeisters zur Saffran und späteren Bürgermeisters Salomon Hirzel. Seine Mutter war Elisabeth Keller, deren Vater als Grosskaufmann, Landvogt von Greifensee und Schultheiss am Zürcher Stadtgericht wirkte. Sein Pate war der Theologe Kaspar Waser, Vater des späteren Bürgermeisters Johann Heinrich Waser. Hirzel genoss zunächst die für begabte Zürcher Bürgerssöhne vorgesehene humanistische Ausbildung. Nach Abschluss der Lateinschule setzte er sein Studium an der Genfer Akademie bei Jakob Laurenz, Professor der griechischen Sprache, fort. Im Oktober 1634 reiste er mit seinem Bruder Hans als Begleiter des Vaters nach Paris. Hier hatte Salomon Hirzels Gesandtschaft namens der reformierten Orte die Abschaffung neuer Zölle auf Handelsgütern und die Herausgabe der von Frankreich geschuldeten Pensionen zu betreiben. Salomons Söhnen sagte König Ludwig XIII. eine diplomatische Laufbahn voraus:

      «Unterdessen verlangte der König unsere jungen Söhne zu sehen, die wurden ihm durch Herrn Bautru zugeführt. Und als der dem kaiserlichen Residenten eine Audienz gab und zum Fenster ging, gingen sie alle nacheinander zu ihrer Majestät und machten die tiefste Verbeugung. Dieser zeigte sich ihnen gegenüber freundlich und nahm auch seinen Hut ab. Als Sohn Hans ihm die Referenz erwies, sprach der Künig zu Herrn Bautru: Dieser scheint ein Ambassador zu sein! Bautru antwortete: Ja Sire, das ist sein Sohn – und hier ist der andere!»

      Nach einer Bildungsreise nach Padua, wo er Vorlesungen an der juristischen Fakultät besuchte, heiratete Hans Caspar Hirzel 1636 die 16-jährige Katharina Orelli, Tochter des verstorbenen Zürcher Seidenhändlers, Ludwig Orelli (1576–1632). 1637 zog er mit seiner Familie vom väterlichen «Haus zur Haue», das er erst dreissig Jahre später wieder bewohnen sollte, an den Neumarkt in das von seinem Schwiegervater hinterlassene «Haus zum Rech». Um sich trotz mehrerer Verwandter, die bereits im Rat sassen, für die Übernahme eines politischen Amtes zu qualifizieren, kaufte er sich im gleichen Jahr in die «Zunft zum Schaaf» ein. Die Wahl dieser Zunft, die mit der Bearbeitung von Textilien und Pelzen beschäftigte Schneider, Kürschner und Tuchscherer vereinigte, lag auch deshalb nahe, weil sie seinen unternehmerischen Interessen und seiner ab 1641 dokumentierten Beteiligung an der väterlichen Baumwollmanufaktur in der Gerichtsherrschaft Altikon entgegenkam.

      1638 schlug Johann Heinrich Waser – zu dieser Zeit noch als Stadtschreiber – Hans Caspar Hirzel, der als Zwölfer im grossen Rat sass, zur Wahl zum Ratssubstituten und Gehilfen in der Zürcher Kanzlei vor. Waser notierte: «Mein Herr Bürgermeister, sein Vater, und er selbst erbaten dies nachdrücklich von mir, da sie ihn dem Kanzleidienst aufzuopfern gedachten.» An diese Stellung schlossen sich 1645 die Wahl zum Unterschreiber und 1650, dem Jahr, in dem er die Gerichtsherrschaft Kefikon und Islikon erwarb, jene zum Stadtschreiber an. Das Amt des Stadtschreibers behielt Hirzel auch 1658 bei, als er zum Landvogt von Thurgau bestellt wurde. 1665 wurde er Zunftmeister «zum Schaaf» und damit Kleinrat, nur Wochen später trat er das Amt des Zürcher Statthalters an, zu dem ausserdem die Verwaltung der Gemeinde Rümlang als Obervogt gehörte.

      Neben seinen politischen Ämtern blieb er dabei ein einflussreicher Akteur im Zürcher Tuchhandel: 1666 sanierte er die von den Söhnen des Wollen- und Seidenhändlers Martin Orelli-Haag betriebene Firma «Herren Orellen uf dem Graben», indem er für 11'000 Gulden den «Tiefenhof» mitsamt Wohnhaus, dazugehörigen Gebäuden, Gärten, Wiesen, den Mobilien zur Wollenhandlung und fünf Seidenrädern erwarb. Die Leitung des neuen Betriebs übernahm sein Sohn Salomon Hirzel-Hess (1641–1716) zusammen mit dem schon zuvor beteiligten Hans Ulrich Orelli. Durch Übernahme des grössten Teils einer Bürgschaft wendete Hirzel im gleichen Jahr die schlimmsten Folgen des Konkurses seines Neffen, des Tuchhändlers Salomon Hottinger, ab. Seine eigene Firma belieferte er ökonomisch vorteilhaft mit Garn, das die von ihm in der Gerichtsherrschaft Kefikon und Islikon errichtete Wollmanufaktur produzierte.

      Als 1668 die verbündete Freigrafschaft Burgund von französischen Truppen eingenommen wurde, wirkte Hans Caspar Hirzel als Kriegsrat bei der Errichtung eines eidgenössischen Defensionale mit. Diese Vereinbarung war auf die gemeinsame Verteidigung der durch die vorrückenden Kriegsparteien besonders gefährdeten Grenzregionen bei Basel, Genf und im Waadtland gerichtet. Den Höhepunkt seiner politischen Laufbahn erreichte er 1669 anlässlich seiner Wahl zum Bürgermeister und Nachfolger des verstorbenen Johann Heinrich Waser. Nun stand ihm auch der Eintritt in die Adelsgesellschaft der «Schildner zum Schneggen» offen, die ihn – auch hier in Nachfolge Wasers – zu ihrem Obmann kürte. 1673 erwarb er das Landgut «Wangensbach» in Küsnacht aus der Konkursmasse seiner Neffen, den Söhnen des Statthalters Salomon Hirzel. Diese sowie weitere von den Gläubigern angesprochene Verwandte – unter ihnen auch der Küsnachter Amtmann Leonhard Hirzel (1631–1708) – unterstützte er zudem bei der Begleichung ihrer aus dem Seidenhandel entstandenen Schulden. Den herrschaftlichen Sitz am «Wangensbach», zu dem ein weit ausgedehntes Rebgelände sowie eine Landwirtschaft gehörten, baute er zum «Schloss Küsnacht» aus.

      Hans Caspar Hirzels politische Tätigkeit fiel in eine Zeit konfessioneller Auseinandersetzung, die unter anderem die Ostschweiz (Graubünden, Thurgau, St. Gallen), aber auch die weitere politische Landschaft Europas betrafen. Er verhandelte mit Herzog Karl Emanuel II. von Savoyen das Schicksal der reformierten Waldenser, verantwortete die sichere Verwahrung der Kleinodien, die Pfalzgraf Karl, Kurprinz von Heidelberg, als Pfand für eine Anleihe der Stadt Zürich hinterlegt hatte und trat auf die zahllosen, diplomatisch meist heiklen Werbungen europäischer Machthaber um Zürcher Kriegsvölker ein. Als Zürcher Gesandter nahm er an 66 Tagsatzungen teil. 1681 begrüsste er als Anführer einer Gesandtschaft von 250 berittenen Vertretern der reformierten Orte den zu dieser Zeit verbündeten König Ludwig XIV. von Frankreich, als dieser in Ensisheim bei Mülhausen weilte.

      In Zürich war er mit der Verwaltung des väterlichen Erbes betraut, wusste aber auch seine politische Stellung für die Festigung der Belange seiner Familie und der ihr nahestehenden Geschlechter zu nutzen: Er reorganisierte das Amt des zunehmend in Konkurrenz zum Bürgermeister geratenen Säckelmeisters, führte eine Regel ein, die es Dienstnehmern fremder Herren weiterhin erlaubte, Pensionen zu empfangen, und revidierte ein in seiner Abwesenheit beschlossenes Gesetz, nach dem «keiner Bürgermeister im Rat werden könne, in dem bereits ein Sohn oder Bruder sitze. Und müsse weiterhin die Wahl eines Bürgermeisters vollkommen frei sein, und weder der Einsitz eines Sohnes noch jener eines Bruders im gleichen Rat diese auf irgendeine Weise behindern.» 1679 setzte er die zuvor lange vergeblich betriebene Aufnahme der Familie Orelli in den streng begrenzten Kreis der ratsfähigen Geschlechter durch, deren Vorfahren einst als Glaubensflüchtlinge von Locarno nach Zürich gekommen waren.

      Wie vor ihm bereits sein Vater verfasste Hans Caspar Hirzel eine Autobiografie, in der er neben Aufzeichnungen über familiäre Ereignisse und zeitgenössisches Geschehen unter anderem auch seine Beobachtung des grossen Kometen von 1681 beschrieb.

  • Quellen 
    1. [S52] Eduard Rübel, Ahnentafel Rübel-Blass, Blätter 39, 88.