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- Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/020270/2009-01-07/
von Moos LU, UR
Urner Ritteradelsgeschlecht, das seit dem 14. Jahrhundert auch in Luzern vertreten ist. Aus dem Luzerner Zweig entstand die Familie der Stahlindustriellen.
Mittelalter und frühe Neuzeit
Die Familie tritt urkundlich ab Ende des 13. Jahrhunderts mit Johann (1285-vor 1331), Ministerialen der Abtei Disentis in Ursern, auf. Ab Beginn des 14. Jahrhunderts ist ein Zweig auch im Urner Reusstal fassbar, wo das Geschlecht in Altdorf und Wassen begütert war. Die Familie verfügte über wenig Eigenbesitz, dagegen über Lehen der Klöster Disentis, Wettingen und des Zürcher Fraumünsters. Als königliche Vögte und Ammänner hielten die von Moos, beginnend mit Konrad (->), über zwei Generationen die Vormachtstellung im Urserntal inne, während sie die Reichsvogtei in der Leventina im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts nur beanspruchten. Den politischen Einfluss büsste die Familie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein. Die in Altdorf ansässigen Zweige starben im 17. Jahrhundert in ihrer männlichen Linie aus. Heiratsverbindungen bestanden nicht mit einheimischen, sondern mit Unterwaldner und Luzerner Nobiles- und Ministerialengeschlechtern.
Über den Handel und den Gotthardverkehr pflegte die Familie bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts rege Beziehungen zur Stadt Luzern. Jost, 1338 Ritter, liess sich um 1330 in Luzern nieder, wo er durch die Heiratsverbindung mit den proösterreichischen Herren von Freienbach in den Dienst der Herrschaft Habsburg-Österreich trat und mehrere Lehen und Pfandschaften verwaltete, so unter anderem die Feste und Herrschaft Neu-Habsburg. Vertreter der Familie erreichten in der städtischen Politik bedeutenden Einfluss. Als Ratsmitglied und als Schultheiss spielte Josts Enkel Heinrich (->) als Letzter des Luzerner Zweigs eine politisch eminente Rolle. Der ökonomische Niedergang ab 1550 und der politische Bedeutungsschwund seit dem Ende des 16. Jahrhunderts verhinderte die Etablierung der Familie im entstehenden städtischen Patriziat. Ab 1680 betrieben Vertreter der Familie einen Eisenwarenhandel. Ein wirtschaftlicher und sozialer Aufstieg lässt sich seit Ende des 18. Jahrhunderts wieder feststellen mit der Involvierung im Eisen- und Textilgewerbe.
Version vom: 07.01.2009
Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen
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