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- Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Franz_Nägeli
Hans Franz Nägeli wurde als Sohn des Hans Rudolf Nägeli und der Elisabeth Sommer geboren. Ein jüngerer Bruder war der Chorherr, Domherr und Landvogt Sebastian Nägeli (1504–1549). 1521 stand er mit 300 Bernern in päpstlichen Diensten. Ab 1522 gehörte er dem bernischen Grossen Rat an, 1525 bis 1529 war er Schultheiss von Burgdorf und ab 1529 bis 1578 auch Mitglied des Kleinen Rats der Stadt Bern. 1533 bis 1540 hatte er das Amt als Säckelmeister inne, und 1540 bis 1568 war er Schultheiss von Bern, meistens abwechselnd alle zwei Jahre und vertrat die Stadt auch an der Tagsatzung der Alten Eidgenossenschaft.
1525 bis 1526 diente Nägeli als Hauptmann im Müsserkrieg, um den Heerführer Gian Giacomo Medici aus dem Veltlin zu vertreiben. 1531 im zweiten Kappelenkrieg verteidigte er mit 2000 Mann die bernische Grenze bei Aigle. Ab 1529 war er ein Förderer der Reformation in Murten, Neuenburg, Payerne und Avenches, doch bekämpfte er die Wiedertäufer. 1536 eroberte er als bernischer Feldhauptmann mit 6000 Mann die Waadt von den Savoyern und beendete die Belagerung der Stadt Genf, die gerade die Reformation eingeführt, den Bischof vertrieben und sich von Savoyen losgesagt hatte. In den folgenden Friedensverhandlungen vermittelte der gebildete Nägeli, der Deutsch, Französisch und Latein sprach, zwischen Genf und Savoyen. Deshalb war er 1537 auch bei Franz I. in Paris. 1563 bis 1564 nahm er an den Friedensverhandlungen von Lausanne teil, in denen er weitsichtig für Bern die eroberten Gebiete Pays de Gex und Thonon an Savoyen zurückgab, um eine spanisch-französische Militärintervention gegen Bern zu vermeiden.
Nägeli war durch Erbschaft zu einem Drittel Mitherr zu Münsingen, und er liess das Schloss renovieren und ausbauen. Sein Vater wohnte an der Junkerngasse 27 in Bern von 1494 bis zu dessen Tod 1522. 1527 erwarb er den Westteil des Hauses an der Gerechtigkeitsgasse 60, er baute ihn 1531 neu auf und wohnte dort bis zu seinem Tod 1579. Durch Kauf war er ab 1545 Herr zu Bremgarten und Besitzer des Schlosses Bremgarten. 1556 kaufte er das frühere Haus des Zisterzienserinnenklosters Fraubrunnen am Kornhausplatz 11. Er besass auch in Niederbottigen ein Haus und Güter in der eroberten Waadt.
- Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016686/2010-09-02/
Hans Franz Nägeli
* um 1497 Aigle, ✝︎ 9.1.1579 Bern, kath., ab 1526 ref., von Bern. Herr von Münsingen und ab 1545 von Bremgarten. Sohn des Hans Rudolf. Bruder des Sebastian. ⚭ 1) 1524 Ursula Stokar, von Schaffhausen, 2) 1545 Rosina Wyttenbach. M. stand 1521 mit 300 Bernern in päpstl. Diensten. Ab 1522 gehörte er dem Berner Gr. Rat an, amtierte 1525-29 als Schultheiss von Burgdorf und war ab 1529 bis in hohe Alter (1578) Berner Kleinrat. 1533-40 wirkte er als Säckelmeister, 1540-68 war er Berner Schultheiss, meist alle zwei Jahre alternierend. Als bern. Hauptmann zog er 1531 im 2. Müsserkrieg aus, um den Condottiere Gian Giacomo Medici aus dem Veltlin zu vertreiben. Im gleichen Jahr sicherte er während des 2. Kappelerkrieges mit 2'000 Mann die bern. Grenze in Aigle gegen das Wallis. 1536 wurde er zum bern. Feldhauptmann bestimmt, als der Hzg. Karl III. von Savoyen Genf eingeschlossen hatte. Am 22.1.1536 begann der Auszug mit 6'000 Mann in die savoy. Waadt. Bis zum 26. Februar gelang die fast kampflose Besetzung von Moudon, Nyon und Gex, die Entsetzung von Genf sowie die Einnahme von Morges, Orbe und Yverdon. Im Feldzug vom 20. März bis 21. April nahm er Chillon und Lausanne ein. Im Mai setzte N. im Auftrag der Räte in den eroberten Gebieten die ersten bern. Vögte ein, darunter seine Brüder Sebastian in Lausanne und Hans-Rudolf in Thonon. Ebenso erfüllt war seine diplomat. Laufbahn: N. vermittelte zwischen Genf und Savoyen und vertrat die Interessen Berns bei der eidg. Tagsatzung sowie den kath. Orten., mehrmals in Genf und 1537 bei Franz I. in Paris. 1563-64 nahm er an den Friedensverhandlungen von Lausanne teil, in denen Bern auf Grund der Angst vor einer span. Intervention und auf Drängen der eidg. Orte Gex und Thonon an Savoyen zurückgab. Ab 1529 förderte er die Reformation, u.a. in Murten, Neuenburg, Payerne und Avenches, ging aber streng gegen die Wiedertäufer vor. Er besass Häuser an der Gerechtigkeits- und heutigen Nägeligasse in Bern sowie Güter in der Waadt.
Version vom: 02.09.2010
Autorin/Autor: Christian Müller (2)
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