Fürstbischof Franz von Hatzfeldt-Wildenburg-Crottorf

Fürstbischof Franz von Hatzfeldt-Wildenburg-Crottorf

männlich 1596 - 1642  (45 Jahre)


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  • Name Franz von Hatzfeldt-Wildenburg-Crottorf
    Titel Fürstbischof
    Geburt 13 Sep 1596  Schloss Crottorf, Friesenhagen, DE Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich
    Titel (genauer) Dom, Würzburg, Bayern, DE Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Fürstbischof von Würzburg 
    • Ein Fürstbischof bzw. Fürsterzbischof war ein Bischof bzw. Erzbischof, der in Personalunion mit seiner geistlichen Macht auch weltliche Herrschaft über ein geistliches Territorium ausübte, dem er als Landesherr vorstand. Auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verschwand die Funktion de facto mit der Auflösung des Reiches im Jahre 1806. In einigen Bistümern überdauerte die Bezeichnung bis nach dem Ersten Weltkrieg. Der Gebrauch der Titel Fürstbischof und Fürsterzbischof sowie die Verwendung der damit verbundenen weltlichen Würdezeichen (wie Fürstenhut und -mantel) wurden 1951 durch Papst Pius XII. auch formell abgeschafft.
      Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Fürstbischof
    Titel (genauer) 1633-1642  Hochstift (Fürstbistum) Bamberg, DE Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Fürstbischof des Hochstiftes Bamberg 
    • 1552/53 besetzte Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach einen erheblichen Teil des Hochstifts Bamberg, darunter Niesten, Burgkunstadt und später auch Lichtenfels und setzte dort evangelische Geistliche ein. Die Festung Forchheim wurde vom Hochstift Bamberg nach der Besetzung der Stadt Forchheim im Zweiten Markgrafenkrieg (1552) angelegt. Der 46. Bischof, Ernst von Mengersdorf (1583–1591), gründete 1586 das ernestinische Priesterhaus und das Gymnasium illustre und erbaute das Residenzschloss Geyerswörth. Fürstbischof Neidhardt von Thüngen (1591–1598), vorher Dompropst in Würzburg, versuchte in Übereinstimmung mit dem dortigen Fürstbischof Julius Echter die teilweise gewaltsame Rekatholisierung seiner Gebiete. Unter dem duldsameren Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel verliefen diese Bemühungen allerdings wieder im Sande. Johann Gottfried I. von Aschhausen (1609–22) rief 1610 die Jesuiten nach Bamberg und setzte unter Einsatz militärischer Gewalt die Gegenreformation durch. Er wurde 1617 auch Fürstbischof von Würzburg. Johann Georg II. Fuchs von Dornheim (1623–1633) verfolgte gleichfalls die Protestanten. Unter seiner Herrschaft kam es zu einer Welle der Hexenverfolgung in Bamberg. Zwischen 1626 und 1630 wurde dabei der gesamte Stadtrat Bambergs hingerichtet. Auf dem Regensburger Kurfürstentag 1630 wurden daraufhin die Herausgabe der Akten und die Einhaltung der reichsüblichen Rechtsregeln verlangt. Dornheim floh 1631 vor den Schweden nach Kärnten, wo er an einem Schlaganfall starb. Auch sein Nachfolger Franz von Hatzfeld (1633–1642), zugleich Fürstbischof von Würzburg, musste fliehen; Herzog Bernhard von Weimar bemächtigte sich des Landes und wollte aus den beiden Fürstentümern Bamberg und Würzburg ein Herzogtum Franken bilden, was sein früher Tod vereitelte. Bamberg und Würzburg fielen 1634 wieder Bischof Franz von Hatzfeld zu. Die Reformation hinterließ dennoch tiefe Spuren im Land: Von 190 Pfarrkirchen fielen im Laufe des 16. Jahrhunderts 105 mit den meisten Filialkirchen dem Protestantismus zu, 1648 standen für 110 Pfarreien noch 64 Priester zur Verfügung. Zur Hebung der Bildung verwandelte Hatzfelds Nachfolger Melchior Otto Voit von Salzburg (1642–1653) 1648 das Gymnasium illustre in eine Universität.
      Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hochstift_Bamberg
    Tod 30 Jul 1642  Würzburg, Bayern, DE Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I58085  Reise in die Geschichte / Journey into the history / Voyage dans l'histoire
    Zuletzt bearbeitet am 9 Nov 2025

    Vater Sebastian I. von Hatzfeldt-Wildenburg-Crottorf   gest. 1630
    Mutter Lucie von Sickingen,   geb. 6 Mrz 1569   gest. 1603 (Alter 34 Jahre)
    Eheschließung 1590 
    Familien-Kennung F20624  Familienblatt  |  Familientafel

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeburt - 13 Sep 1596 - Schloss Crottorf, Friesenhagen, DE Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (genauer) - Fürstbischof von Würzburg - - Dom, Würzburg, Bayern, DE Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTitel (genauer) - Fürstbischof des Hochstiftes Bamberg - 1633-1642 - Hochstift (Fürstbistum) Bamberg, DE Link zu Google Earth
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    Pin-Bedeutungen  : Adresse       : Ortsteil       : Ort       : Region       : (Bundes-)Staat/-Land       : Land       : Nicht festgelegt

  • Fotos Mittelalter
    Franz von Hatzfeldt
    Franz von Hatzfeldt
    Kupferstich von Johann Salver

    https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Salver

    Bild: Wikipedia; Johann Salver, Hofkupferstecher in Würzburg (*1670 +1738). - Repro: Weissenstein
    © Gemeinfrei

    Wappen, Siegel, Münzen
    Hatzfeld-Wildenburg - Wappen
    Hatzfeld-Wildenburg - Wappen
    Das Wappen der Grafen von Hatzfeld-Wildenburg über dem Haupteingang von Schloss Kalkum.

    Bild: Wikipedia; Beckstet - Eigenes Werk - https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Beckstet
    © CC BY-SA 3.0 - https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/
    Hatzfeldt - Wappen
    Hatzfeldt - Wappen
    Das Stammwappen zeigt in Gold einen schwarzen Maueranker. Die Helmdecken sind Schwarz und Gold. Die Helmzier besteht aus einem offenen Flug jeweils mit Motiv und Farben des Schildes.

    Bild: Wikipedia: Ottepul - St. Sebastian, Friesenhagen; Tabernakel
    © CC BY-SA 3.0 - https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

    Publikationen
    Die Familie von Hatzfeldt
    Die Familie von Hatzfeldt
    Adelige Wohnkultur und Lebensführung
    zwischen Renaissance und Barock

    Jens Friedhof, (Grupello Verlag)
    https://www.regionalgeschichte.net/fileadmin/Superportal/Bibliothek/Regententabellen/Hatzfeld.pdf

  • Notizen 
    • Zitat aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Hatzfeld

      Franz von Hatzfeld stammte aus der hessischen reichsfreien Adelsfamilie der von Hatzfeld. Sein Vater war Freiherr Sebastian von Hatzfeld-Wildenburg (1566–1630), kurmainzischer Rat, Oberamtmann und Landrichter des Eichsfelds bei Heiligenstadt, seine Mutter Lucia von Sickingen (1569–1603) war die Tochter des kurpfälzischen Rats Franz von Sickingen. Franz von Hatzfeld wurde als ihr dritter Sohn auf Schloss Crottorf im Wildenburger Land geboren. Der namensgebende Ort Hatzfeld ist heute eine Stadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen.

      Sein älterer Bruder Melchior von Hatzfeld war ein bekannter Feldherr aus dem Dreißigjährigen Krieg. Weitere Brüder waren Heinrich Friedrich (* 1592), Domherr in Mainz, und der Reichshofrat und Oberst Hermann von Hatzfeld (1603–1673). Im Alter von sieben Jahren verlor er seine Mutter, die bei der Geburt seines jüngsten Bruders Hermann starb. Im Folgejahr ging sein Vater eine zweite Ehe mit seiner Cousine Maria Margaretha von Hatzfeld ein, die eine Tochter gebar, die den Namen Lucia (1605–1670) erhielt und als Gemahlin des Freiherrn Bertram von Nesselrode (1592–1678) starb. Margaretha von Bockenförde genannt Schüngel wurde nach Maria Margarethas Tod die dritte Ehefrau seines Vaters. Sie scheint die Mutter der Töchter Maria Margaretha und Anna Maria gewesen zu sein.

      Leben
      Sein Vater Sebastian, der schon früh von der lutherischen zur katholischen Konfession gewechselt war, war der Ansicht, dass sich Franz dem geistlichen Stande widmen sollte; damit bezweckte er, die Zukunft seiner Söhne zu sichern, da die Hatzfeld’schen Besitzungen nicht allzu umfangreich waren und nur geringe Einkünfte abwarfen. Bereits mit zehn Jahren erlangte Franz das Amt eines Domherrn zu Würzburg; zwei Jahre darauf wurde er Domherr zu Bamberg. Als Dreißigjähriger trat er als bambergischer Kanonikus das Amt eines Domkantors in Bamberg an; ein Jahr darauf wurde er Würzburger Domkapitular, dann bekleidete er das Amt eines Propstes des Kollegialstift St. Gangolf, das er formell bis 1633 innehatte.

      Am 7. August 1631 wählte ihn das Domkapitel in Würzburg zum Fürstbischof und honorierte damit seine Verdienste um die fränkischen Bistümer, die er sich in seinen zahlreichen Ämtern zuvor erworben hatte. Anerkennung brachte ihm auch die Tätigkeit als Würzburger Gesandter auf dem kurfürstlichen Kollegialtag zu Regensburg und die Vertretung des Bamberger Bischofs auf dem so genannten Kompositionstag in Frankfurt am Main kurz vor seiner Wahl. Dazu kam seine stets loyale Haltung zum Kaiser ebenso wie seine guten Beziehungen zum Wiener Hof. Zur Zeit der Ernennung von Franz von Hatzfeld zum Fürstbischof war Urban VIII. Papst und Ferdinand II. Kaiser. Im Dreißigjährigen Krieg besetzten die Schweden Bamberg und Franz von Hatzfeld floh nach Köln. Der schwedische Kanzler Axel Oxenstierna gab am 20. Juni 1633 dem Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar das aus den Fürstbistümern Würzburg und Bamberg gebildete Herzogtum Franken zu Lehen.[1]

      In Köln versammelten sich dann unter dem dortigen Erzbischof Ferdinand (1612–1650) die aus ihren Besitzungen von den Schweden vertriebenen katholischen Stände; zu ihnen stieß auch Hatzfeld. Dort beschlossen neben den rheinischen Erzbischöfen von Köln, Mainz, Trier die Bischöfe von Osnabrück, Worms und Würzburg, mit König Ludwig XIII. (1610–1643) Verbindung aufzunehmen, um Frankreich zu Gunsten der katholischen Partei von der Unterstützung des protestantischen Lagers, insbesondere vom Bündnis mit Schweden abzubringen; mit dieser Mission wurde Franz von Hatzfeld betraut. Am 24. Januar 1632 traf er in Metz mit Ludwig XIII. und dessen Kanzler Richelieu zusammen. Nach dem missglückten Ausgang seiner Mission gab er dessen Ergebnis falsch wieder, wodurch er am Wiener Hof zeitweise in Ungnade fiel. Am 4. August 1633 wurde er in der Bamberger Enklave Wolfsberg in Kärnten, wohin das Domkapitel geflüchtet war, zum Bischof gewählt. Von Köln aus förderte der Fürstbischof die Errichtung eines Regiments zum Schutz der fränkischen Bistümer; zur Anwerbung der Söldner gewann er seinen Bruder Melchior.

      Anfang September 1634 konnten infolge des Sieges der kaiserlichen Truppen über die schwedischen Heerführer Horn und Weimar in der Schlacht bei Nördlingen die Bistümer weitgehend befreit werden. Im November 1634 beendete Franz von Hatzfeld sein kölnisches Exil und kehrte mit den Truppen des Feldmarschalls Philipp Graf von Mansfeld Ende des Jahres nach Würzburg zurück, nachdem er zuvor in Stuttgart von dem späteren Kaiser Ferdinand III. empfangen worden war. Nach seiner Rückkehr kam es nachgewiesenermaßen zu einzelnen Hexenprozessen.[2]

      Am 27. Mai 1635 wurden die drei Brüder Franz, Melchior und Hermann vom Kaiser in den Reichsgrafenstand erhoben; 1636 ernannte der Kaiser den Fürstbischof zu seinem Bevollmächtigten und Gesandten für die anstehenden Friedensverhandlungen mit den Schweden, die jedoch scheiterten. Infolge des Prager Friedens vom 30. Mai 1635 musste der Fürstbischof die Wiedereinführung des evangelischen Kirchenwesens hinnehmen.

      In den nächsten Jahren litt der gesamte fränkische Reichskreis unter weiteren Einquartierungen und Truppendurchzügen, nun der verbündeten bayrischen und kaiserlichen Truppen, für die regelmäßige Kontributionen aufgebracht werden mussten. Die finanziellen Schäden für beide Bistümer blieben allerdings deutlich unter denen der vorherigen schwedischen Besatzung. Beschwerden des Kreistages und des Bischofs mit der Bitte um Reduzierung der Lasten waren erfolglos. Mitte 1639 und Ende 1640 zwangen Einfälle schwedischer Truppen Hatzfeld zur Leistung weiterer Kontributionen, um Plünderungen zu verhindern und die Truppen wieder zum Abzug zu bringen. Über den Winter 1641/42 lagerten wieder kaiserliche Truppen in den Bistümern.[3]

      Das Ende des Dreißigjährigen Krieges erlebte Franz von Hatzfeld nicht mehr; er starb 1642 in Würzburg an einem Schlaganfall. 1639 schenkte er die Rittergüter Stockheim und Hasslach der Stadt Kronach; er sorgte auch dafür, dass das Haus Hatzfeld in den Besitz der fränkischen Herrschaften Haltenberg-Stetten, Rosenberg und Waldmannshofen gelangte. Auf seine Initiative gingen auch zahlreiche karitative Einrichtungen, wie das Würzburger Waisenhaus, zurück. In Würzburg und in Bamberg bestiegen mit Johann Philipp von Schönborn und Melchior Otto Voit von Salzburg enge Vertraute Hatzfelds die Bischofsstühle.